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Journaling anfangen, ohne es durchhalten zu müssen

Journaling anfangen, ohne es durchhalten zu müssen

Vielleicht liegt bei dir ein Journal im Schrank, in dem drei Seiten beschrieben sind.

Das liegt nicht an dir. Es liegt daran, wie die meisten Journals gebaut sind: mit Datum, mit Tagesraster, mit dem stillen Anspruch, jeden Tag etwas einzutragen. Nach der ersten Lücke fühlt es sich an wie eine Aufgabe, die du nicht geschafft hast.

Ein Journal muss das nicht sein. Du darfst es benutzen wie eine Tasse: dann, wenn dir danach ist.

Warum undatiert leichter ist

Ein Journal ohne Datum kennt keine Lücken. Ob zwischen zwei Einträgen ein Tag liegt oder ein Monat, sieht niemand. Auch du nicht.

Das nimmt den größten Grund weg, wieder aufzuhören: das schlechte Gewissen beim Zurückblättern.

Die leere erste Seite

Der schwerste Moment ist der Anfang. Eine leere Seite verlangt scheinbar etwas Bedeutendes. Sie verlangt gar nichts.

Du kannst mit einem einzigen Satz beginnen. Oder mit einer dieser Fragen:

  1. Was war heute gut, auch wenn es klein war?
  2. Was darf bis morgen warten?
  3. Was habe ich heute nur für mich getan?
  4. Welcher Gedanke kommt immer wieder?
  5. Was würde ich einer Freundin an meiner Stelle sagen?

Eine Frage reicht. Zwei Zeilen als Antwort auch.

Wann und wie lange

Es gibt keine richtige Zeit. Manche schreiben abends im Bett, manche am Sonntag mit der ersten Tasse, manche nur, wenn der Kopf voll ist.

Fünf Minuten sind genug. Wenn es an einem Tag nur ein Satz wird, war es trotzdem ein Eintrag.

Du darfst

  • Tage, Wochen und Monate auslassen.
  • Stichworte schreiben statt ganzer Sätze.
  • Seiten herausreißen.
  • Etwas hineinkleben, zeichnen oder eine Liste machen.
  • Das Journal zuklappen und nie wieder lesen, was drinsteht.

Was du dafür brauchst

Ein Buch und einen Stift. Schön darf es sein, weil du es dann lieber in die Hand nimmst.

Unser Tagebuch „Luna-Motte“ ist undatiert, hat 200 Seiten im Format A5 und kommt mit einem Quarzstift. Das Notizbuch „Moon Phases“ hat einen Einband aus Samt.

Wenn dir eine leere Seite zu offen ist: Zieh eine Affirmationskarte und schreib einen Satz dazu. Das Set enthält 30 Karten.

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